Jochen Bussmann
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"Da bin ich wieder; freud ihr Euch?"
Wenn diese Ausruf ertönte, wusste jeder, dass Du anwesend bist, lieber Jochen.
Eigentlich schlug dein Herz für den Schützenverein von 1461, aber wir durften auch einige humortreibende Lustbarkeiten mit dir erleben.
Der antifaschistische Schutzwall der unser Land in zwei Hälften teilen sollte (Tünnes und Schäl) war gerade gefallen, als ich mich mit Kalle nach Lebus (bei Frankfurt an der Oder) aufmachte. Dort fand ich den LCC (Lebuser Carneval Club) und schloss im Namen des Vorstandes der KG Freundschaft. Wir verabredeten einen Besuch im Kulturhaus der Stadt.
Das Interesse unserer Vereinsmitglieder war dermaßen groß, dass wir mit unserem Tourneebus fahren mussten.
An Bord waren Kalle als Fahrer, ein Fass Köpie mit Zapfanlage, diverse Accessoires unseres Vereins und jede Menge Gastgeschenke mit persönlicher Heiterkeit garniert. Auf der Hinreise spielten wir Skat, jagten einen Gag nach dem selben und Du lieber Jochen, intoniertest immer neue Mitsinglieder, die wir zum Teil aus der "Mundorgel" unserer Jugend kannten.
Die erstklassige Gastfreundschaft öffnete unsere Herzen.
Es würde jetzt der Platz nicht reichen wenn ich alle unglaublichen Begebenheiten mit dir beschreiben wollte. Von daher exemplarisch das Erlebnis "Rosenkaffee".
Der Vorstand des LCC lud uns zum Kaffeetrinken ins Rosenkaffee ein. Die Menschen unseres Gastgebervereins warteten bereits auf uns. Das aus Holz gebaute Gartenlokal war bis auf den letzten Platz belegt. Die freigehaltenen Plätze für uns waren genau abgezählt.
Alle Freundschaftsreden waren zur Kenntnis genommen und die Feier nahm ihren Verlauf. Die Stimmung wurde sehr freundschaftlich und es kam zu Verbrüderungen. Als Du, lieber Jochen, ein uns unbekanntes Lied intoniertest: „Steige hoch Du roter Adler“. Nach dem alle Strophen von Dir gesungen waren, die offenen Münder geschlossen wurden und die Lebuser sich aus ihrer Schockstarre erholt hatten, erklärtest Du uns, dass dieser Song von der DDR Regierung verboten worden war.
Es kamen aber keine Vopos, die uns verhaften wollten. Sondern es entwich der Mief der letzten Jahrzehnte. Wir fühlten die Universalität im gemeinsamen Gesang.
Diesen Teil unserer Vereinskultur verdanken wir Dir. Herzlichen Dank lieber Jochen!
Erinnerung von Egon van Lierop
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